Auszug aus dem GT-INFO 09/2015:

E S  S I N D N O C H P L Ä T Z E F R E I
A U C H  N A C H  D E M 1 . A U G U S T I S T
D E R  E I N S T I E G  N O C H  M Ö G L I C H
 
Wer kurzfristig noch eine Ausbildung beginnen möchte, sollte sich im Gütersloher Handwerk umschauen. Aktuell sind im Lehrstellenportal der Kreishandwerkerschaft noch über 100 freie Ausbildungsplätze für das jetzt beginnende neue Ausbildungsjahr zu finden. Und die können sofort besetzt werden. Dabei sollten sich die Interessierten auch nicht davon abhalten lassen, sich mit einem Betrieb in Verbindung zu setzen, wenn er den 1. August 2015 als Lehrbeginn angegeben hat. Eine Lehre kann natürlich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt beginnen. Viele Betriebe sind froh, wenn sie den freien Ausbildungsplatz überhaupt besetzen können.
Wie sieht der Alltag eines Lehrlings eigentlich aus? Wie steht es mit den Zukunftschancen in einer der Branchen, die noch händeringend Auszubildende sucht und was verdient man in den ersten Lehrjahren? GT-INFO hat den Auszubildenden Daniel Westermann zu einem Gespräch eingeladen und ihn zu seinen ersten Eindrücken befragt.
 
 
Ausbildungsberuf mit Zukunft Den Lehrberuf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wählten in diesem Jahr gerade einmal 46 Auszubildende im Kreis Gütersloh. „Wenn ich könnte, würde ich gerne in jedem Jahr einen Auszubildenden aufnehmen“, so Veit Wixforth, der in zweiter Generation den Familienbetrieb Winfried Wixforth in Gütersloh führt. Konnte sein Vater früher noch unter den Anwärtern auswählen, ist er heute froh, wenn sich überhaupt jemand für einen Ausbildungsplatz bewirbt. Dabei ist der Beruf äußerst krisenfest und zukunftsorientiert. Neue Techniken für Umwelt- und Klima machen die Ausbildung interessant und einen späteren Einsatz in vielen Bereichen möglich. Den Berufszweig plagen Nachwuchssorgen. Gerade familiengeführte Unternehmen sorgen sich um die Zukunft ihrer Betriebe. „Viele von uns haben keine Nachfolger“, so Veit Wixforth. Doch das ist nicht der Grund, warum Daniel Westermann sich für eine Ausbildung in dieser Branche entschieden hat. Der 19-Jährige ist von der Vielseitigkeit begeistert. Herr Westermann, Sie haben vor einem Jahr das Abitur gemacht. Da stehen einem eigentlich viele Türen offen. Was hat Sie dazu bewegt, diese Ausbildung zu machen? Kurz vor dem Schulabschluss wusste ich nicht, welcher Beruf für mich infrage kommt. Herr Wixforth bot mir ein einwöchiges Praktikum in seinem Betrieb an.  Das hat mir richtig gut gefallen, und ich habe mich sehr schnell für diesen 
 

Abiturient Daniel Westermann hat sich bewusst für einen Lehrberuf entschieden. 

 
Der Beruf ist sehr vielseitig. Man macht jeden Tag etwas anderes und befasst sich intensiv mit den neuesten Techniken für Umwelt und Solar. Das ist sehr interessant. 
 
Wie sehen die Aufstiegsmöglichkeiten aus? 
Die Ausbildung endet ja nicht mit dem Gesellenbrief. Ich kann anschließend eine Ausbildung zum staatlich geprüften Anlagentechniker machen oder einen Abschluss zum Meister. Wenn ich möchte, kann ich auch noch ein Studium im Bereich Anlagentechnik absolvieren und in die Planung gehen. Letztendlich könnte ich mich auch zum Berufsschullehrer ausbilden lassen. Doch auch als Monteur nimmt man hier mehrmals im Jahr an Weiterbildungen und Schulungen
teil. 
 
Sie sind jetzt im zweiten Lehrjahr. Wie lange dauert die Ausbildung? 
Normalerweise 3,5 Jahre. Aber es ist auch möglich, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Das werde ich auch machen. Bei einer verkürzten Lehrzeit bin ich in 1,5 Jahren mit der Ausbildung fertig. 
 
Was verdient ein Auszubildender in der Branche? 
Im ersten Lehrjahr bekam ich 565 Euro brutto – jetzt erhalte ich 575 Euro. Im dritten Lehrjahr werden es 651 Euro sein und im vierten 688 Euro. Wenn man aus der Schule kommt, ist es ungewohnt, dass man auf einmal Geld verdient und mir reicht es aus. 
 
Viele Betriebe finden keine Nachfolger. Können Sie sich vorstellen, später einmal ein solches Familienunternehmen zu leiten?
Dazu gehört ja auch eine betriebswirtschaftliche Ausbildung, die man erst mit der Ausbildung
zum Meister erhält. Man muss delegieren können und administrative Arbeiten im Büro
erledigen. 
 
Was macht Ihnen an dem Beruf am meisten Spaß? 
Die Vielseitigkeit und der direkte Kundenkontakt liegen mir sehr. Das macht schon sehr viel Spaß.
 
DANIEL WESTERMANN 
Aus: Rheda-Wiedenbrück
Schulabschluss: Abitur Alter: 19 Jahre
Beginn der Lehre: 1. August 2014
Aktuell: im 2. Ausbildungsjahr
Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre
Ausbildungsberuf: Anlagenmechaniker
für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Ausbildungsplatz: Winfried Wixforth,
Heizung, Klima, Sanitär, Gütersloh
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